wochenlyrik: Du im Ich

innen

(zu Erich Fromms „Authentisch Leben“ – der Mensch als Ware)

Ich bin doch gar nicht ich,
wenn ich nur bin,
wie du mich siehst,
wie du mich gerne hättest,
nur ein Produkt
aus deinem Material
und ohne einen Preis,
den du mir gibst,
glaub ich,
nichts wert zu sein
und bin mir ganz egal.

Wie kann ich mich denn selber lieben,
wenn ich mich selbst nicht sehe?
Wenn ich nur deute, nicht verstehe,
was andre von mir denken?

Und wie bin ich denn überhaupt,
wenn du mich gar nicht siehst?
Wenn ich für mich alleine bin
und nicht sein muss,
was andre von mir wünschen?
Ganz ohne deine Meinung, deine Wörter,
bin ich dann wirklich ich?
Oder ist das, was von mir übrig ist,
nur ein Du im andern Körper?

                                                 
wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

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