wochenlyrik: Vergessene Realität

Götter der Nacht

Oh Götter der Nacht,
warum schickt ihr mir diese Träume,
die mir zeigen,
wie falsch ich liege
mit meiner Einschätzung des Tages?

Ich schrecke auf
und weiß nichts mehr,
doch fühle mich bedroht.

Vergessene Realität,
die ihr mir offenbart,
bin benommen
von den Geschichten,
die mir gehören,
doch nicht meine sind.

Zersprungene Gefühle,
die jede Nacht aufs Neue
an meine Tür klopfen;
Widersprüchliche Zeitpläne,
die das Chaos zu ordnen versuchen.

Und über allem thront ihr,
Götter der Wünsche,
die tief unten warten,
bis ihr sie ruft,
um mir zu beweisen,
was ich bin,
wenn ich nicht herrsche,
Sinnbild eurer Macht
über alles Sehen und Erleben.

Träume sind Wahrnehmung,
vom Wissen verdrängt,
von euch geboren,
um zu siegen,
oh Götter der Nacht,
verlasst mich nicht!

                                                 
wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: immer noch da

Lilie

Es ist wie damals,
doch ganz anders.
Wir sind vernünftige Menschen geworden,
längst vernünftig genug,
uns nicht mehr kindisch zu streiten
oder zu kämpfen.
Erwachsen genug,
um uns so zu unterhalten,
als wären wir nie getrennt gewesen.
Ich muss mich nicht mehr verstecken,
denn wir sind froh uns zu haben.

Es ist schön,
dass es uns nach so vielen Jahren
immer noch gibt.
Das ist kein Wunder,
sondern Geschichte.

Wir teilen uns den Moment,
treten heraus
und gehen einzeln weiter.

                                                 
wochenlyrik
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