wochenlyrik: Ohne Drehbuch

Film

Ich will in einem Film leben,
den ich selbst drehe,
ohne Drehbuch,
denn welches Leben hat schon eins?

Ich bin Produzent
und Regisseur
und Darsteller
in einem;
es sind mein Geld,
meine Ideen
und mein Können,
die darin stecken

In meinem Film
gibt es kein Körperdouble
für die Nacktszene im Pool
und keine Stuntfrau
für die Unfälle;
ich mache alles selbst

Und ich will die Perspektive wechseln,
so oft es geht,
wilde Kamerafahrten
am liebsten mit dir

Wir drehen jede Szene nur ein Mal,
und ich schneide auch nichts raus,
auch wenn ich mich oft frage,
wann endlich jemand „Schnitt“ ruft –

bis ich merke:
Es ist mein Film
und ich bestimme,
wie er weiter geht
                                                 
wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

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