wochenlyrik: Berg und Tal

Gipfelwanderer

Ich baue mein Haus
in einem Tal,
ganz weit unten –
das ist meine Wahl;
ich wohne im Schatten,
versteck mich darin,
ich trete nicht raus,
denn ich frag mich, wohin.

Ich sehe den Himmel
und ich weiß,
es gibt Licht,
doch in meinem Haus
erreicht es mich nicht.

Ich kenn auch den Gipfel
und seine Brise ganz gut,
ich war schon mal da,
ich hatte den Mut;
doch warm ist mein Haus
und hell noch dazu,
ich lebe doch sicher,
was brauch ich denn noch?

Manchmal da klettern welche hinauf,
zum Gipfel, ans Licht,
ich mach mir nichts draus;
ich sehe sie wandern,
mein Herz wandert mit,
ich beneide sie alle,
denn ich vermisse den Wind

 

                                                 

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Momente erwartend

Ich warte

auf Sonne,
auf den Moment,
der mich trägt,
auf eben jene Tage,
die unverkennbar mein eigen sind,
darauf, den Atemzug
meine Lunge füllen zu spüren,
damit die Kraft über die Schwäche siegt,
darauf, dass Licht werde
in meinen Augen,
in meinen Gedanken,
in mir,
auf dich,
warte ich

Ich warte

Seekunst

 

                                                     

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …