wochenlyrik: Aufbrechen

Zuggleis - Aufbrechen

Ich halte deine Hand,
sehe dir in die Augen;
es ist nicht gut,
dass du weinst.
Ich versuche, mit dir zu gehen –
wohin, das weiß ich noch nicht.
Ich glaube deinen Worten,
beobachte deine Schritte ganz genau;
Du träumst und denkst allein.
Was werden wird –
das kann ich dir nicht sagen.

Deine Haut fühlt sich klebrig an,
meine ebenso;
Ich spüre dein Zögern und deine Angst;
Du zitterst unter deinen Tränen.
Meine Hände halten deine Wangen,
mein Blick ruht auf dir;
du redest nicht,
du weinst.

 

                                                 

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Herzschlag

Schwäne - Wir - Melodie
Körper vibriern im Takt
Moment,
 Moment.
nicht weiter;
Haut zittert rythmisch
Brust dehnt sich stakkato
Sekunde,
 Sekunde!
Mund spielt ein Wort
Augen summen im Chor
langsam,
 ganz langsam
Wir
– das ist doch eine Melodie!?

                                                 
wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Deine geometrische Form

Ich und mein Opa

Für meinen Opa

 

Für dich hätt ich unheimlich gern
eine eigne mathematische Formel kreiert,
deine Persönlichkeit und dein Leben
am liebsten mit Zahlen und Variablen beschrieben,
doch sind trotz unserer gemeinsamen Zeit
mit Algebra, Analysis und Geometrie
leider Worte eher mein Metier.
Doch da ich weiß,
das stört dich nicht,
bin ich mir sicher,
auch ein Gleichnis wär dir recht.

An ein Rechteck erinnerst du mich,
das ist so schön gerade,
so auf-RECHT,
nicht so schief und krumm,
ein Rechteck ist stabil; das kippt nicht um.

Wenn man es aber doch mal auf die Seite legt,
erscheint es fast
wie ein offener Mund
und deutet an,
dass auch ein Rechteck lachen kann,
denn auch du hast aufrichtig gelacht
und das vermisse ich so arg.

Außerdem steht in nem Buch
deine Hoffnung, dein Gesuch,
auch für deine Ecken und Kanten
in Erinnerung zu bleiben.
Glaub mir, daran brauchst du nicht zu zweifeln,
denn sicher führen wir bisweilen
in unseren Gedanken den Beweis:
In keinem Fall warst du ein Kreis!

Und zum Schluss ist noch zu sagen,
ein Rechteck ist auch irgendwie ein Rahmen.
Deine Form hat mir gegeben
einen Rahmen für mein Leben.