wochenlyrik: Irrland

Irrland

Es waren Mythen,
die ich hörte
und Träume daraus spann,
die mich ins Fremde zogen
ohne Wiederkehr;

wohin ich kam,
so gar nicht unbekannt,
und doch
hab ich mich
gleich verirrt;

Im Grün
verlor ich mich
und fand mich
dann im Meer,

da bin ich nun
und bleibe auch,
wie Fabelwesen
das so tun

                                                 

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: blaue augen

blaue augen

ich leih dir meine augen,
zu sehen, wer du bist

mit blauen augen
siehst du meer
und schwimmst
ganz leicht davon

mit blauen augen
glaubst du meer
an deine innren kräfte,
die – gleich
den flüssen dieser welt –
aus deinem herzen
strömen;
sie rücken
stück für stück
die steine zueinander

die blauen augen
schenk ich dir,
zu sehen
wo du fließt

                                                 
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wochenlyrik: Jeder Tag

Meer&Wolken

Foto: Stefan Gronau

Ich bin die Welt
entlang gegangen,
habe irgendwas gesucht,
bin auf den Meeren rumgetrieben
und wusste manchmal nicht, wieso.

Ich hab den Weg genommen,
der schon vor mir lag,
und bin verzweifelt,
weil es scheinbar keine andern gab.

Ich hab mich von den Wolken leiten lassen
und wenn die Sonne schien,
hab ich geruht,
hab die Augen zugemacht
und mir gewünscht,
es wär genug.

Und an jedem Tag
wollt ich verschwinden,
plante schon die nächste Flucht,
doch irgendwie bin ich geblieben,
jeder Tag ist ein Versuch.

                                                 
wochenlyrik
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