wochenlyrik: Stolpertage

Optionen

Wenn die Tage stolpern,
weil sie nicht mithalten können
mit dem Leben,
das wir führen,
weil wir glauben,
es zu müssen,
weil wir meinen,
es sei das einzig mögliche,
erinnern wir uns doch einmal
an jene Tage,
als wir für unser Leben
noch Millionen
von Optionen
kannten
und überzeugt waren,
dass jede einzelne möglich sei.

Und dann sollten wir uns fragen,
was sich denn geändert hat,
dass wir nur eine Version versuchten,
statt ein paar auszuprobieren,
und warum wir
mit wachsender Zahl an Jahren
nicht mal mehr sehen,
wieviele Varianten von Leben
es doch gibt
und warum es
ausgerechnet
diese eine sein muss…

 

                                                 
wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Füße tragen

Füße tragen.
Ein Tag.
Zwei Tage.
Füße tragen.
Schatten ziehen vorbei
An meiner Zeit
messe ich sie nicht.
Zeit
wirkt verlassen,
Orte grenzenlos
begrenzt.
Füße tragen.
Augen sehen,
leuchten nicht.
Füße tragen.
Drei Tage.
Vier Tage.
Füße tragen
ohne Wechsel.
Fünf Tage …
Achtzig Tage.
Füße tragen
Hoffnung

Füße

                                                     

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Momente erwartend

Ich warte

auf Sonne,
auf den Moment,
der mich trägt,
auf eben jene Tage,
die unverkennbar mein eigen sind,
darauf, den Atemzug
meine Lunge füllen zu spüren,
damit die Kraft über die Schwäche siegt,
darauf, dass Licht werde
in meinen Augen,
in meinen Gedanken,
in mir,
auf dich,
warte ich

Ich warte

Seekunst

 

                                                     

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …