wochenlyrik: Berg und Tal

Gipfelwanderer

Ich baue mein Haus
in einem Tal,
ganz weit unten –
das ist meine Wahl;
ich wohne im Schatten,
versteck mich darin,
ich trete nicht raus,
denn ich frag mich, wohin.

Ich sehe den Himmel
und ich weiß,
es gibt Licht,
doch in meinem Haus
erreicht es mich nicht.

Ich kenn auch den Gipfel
und seine Brise ganz gut,
ich war schon mal da,
ich hatte den Mut;
doch warm ist mein Haus
und hell noch dazu,
ich lebe doch sicher,
was brauch ich denn noch?

Manchmal da klettern welche hinauf,
zum Gipfel, ans Licht,
ich mach mir nichts draus;
ich sehe sie wandern,
mein Herz wandert mit,
ich beneide sie alle,
denn ich vermisse den Wind

 

                                                 

wochenlyrik
der Versuch, jede Woche ein eigenes Gedicht zu posten – alt/neu, fertig/unfertig, …

wochenlyrik: Ein Blatt Herbst

Blatt Herbst

Ein Blatt Herbst
zur Erde nieder
im Auf und Ab
der Willkür,
bewusst leicht
und rundum sorglos;
die Sonne lockt
jede Farbnuance heraus,
kitzelt Falten und Knicke
lebendig.

                                                 
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wochenlyrik: Baum & Wind

Baum im Wind

Wenn die Blätter im Wind rauschen,
höre ich deine Stimme,
die mir zuflüstert,
wie groß deine Liebe für mich ist

Ich halte inne
und sehe den Bäumen zu,
wie sie ihre Köpfe neigen
und sich vor mir verbeugen

Ich möchte mit den Zweigen tanzen,
während der Wind mein Haar durchstreift,
wie er es jeden Morgen wiederholt,
wenn du von mir gehst

Und ich möchte der Wind sein,
der dich begleitet
und der die Äste wiegt,
wenn du am Abend zurückkehrst.

                                                 
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